Epidemien belasten die Wirtschaft regelmäßig. Das Besondere der Corona-Pandemie ist, daß erstmals der Arbeitnehmerschutz konsequent über die Produktivität gestellt, allerdings in einer beispiellosen Radikalität. Der Arbeitnehmerschutz hat sich zwar auf die Vermeidung von Ansteckungen mit dem Coronavirus fokussiert.

Mit dem Lockdown wurde eine einseitig defensive Strategie vorgegeben aber versäumt, die jahrzehntelange Arbeitnehmerschutzkultur zu nutzen und alle Betriebe hinsichtlich der Ermöglichung der Arbeit trotz Covid-19 zu evaluieren.

In der nunmehrigen Phase 2, der Aufhebung des Lockdowns, gibt es zwei Szenarios:

  1. Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns stellen Unternehmen vor die Herausforderung möglichst rasch wieder die Produktivität anzukurbeln und "zur Normalität überzugehen", auch unter der Übergehung von Arbeitnehmerschutzaspekten.
  2. Den Stillstand als Festzeit wahr zu nehmen, in der der Alltagsfluss angehalten wird, um sich zu besinnen, was man bei Wiederaufnahme des Betriebs besser machen könnte. So ließen sich ergonomische und sicherheitstechnische Lecks ausmachen und Arbeitserleichterungen entwickeln bzw. fördern.