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Gewohnheiten

     

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"Die chronischen Krankheiten der Seele entstehen wie die des Leibes, sehr selten nur durch einmalige grobe Vergehungen gegen die Vernunft von Leib und Seele, sondern gewöhnlich durch zahllose unbemerkte kleine Nachlässigkeiten."

Friedrich Nietzsche, Werke II - Morgenröte

"Die Gewohnheit ist so mächtig, dass sie uns selbst aus dem Bösen ein Bedürfnis macht."

Théodore Jouffroy, Das grüne Heft

"Gewöhnlich leben wir mit einem auf das Minimum reduzierten Teil unseres Wesens, die meisten unserer Fähigkeiten wachen gar nicht auf, weil sie sich in dem Bewußtsein zur Ruhe begeben, daß die Gewohnheit schon weiß, was sie zu tun hat, und ihrer nicht bedarf. "

Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bde. 1-3

"Meine Gesundheit besteht darin, daß ich in meinem gewöhnlichen Zustand nicht gestört werde."

Montaigne, Essais

Konrad Lorenz hat unter anderem aus Beobachtungen seiner Gans Martina herausgefunden, dass bestimmte, auch nebensächliche Verhaltensweisen, die in einer als bedrohlich empfundenen Situation auch nur zufällig ausgeführt werden, zur Gewohnheit werden. Denn evolutionär steigt damit die Wahrscheinlichkeit eines Überlebens in ähnlichen Situationen. Ein Abweichen von Gewohnheiten ist vor diesem evolutionären Hintergrund mit inneren Spannungen verbunden.

Ich folgere daraus, daß das Erlernen nützlicher Bewegungsabläufe in Bewährungssituationen zum Aufbau wünschenswerter Gewohnheiten eingesetzt werden sollte.

Darin sehe ich den eigentlichen Wert von Wettkampfsituationen, und nicht im Ermitteln etwaiger Rangordnung.

Im Rahmen von Führungskräfteschulungen bei der MA 48 (Müllabfuhr der Gemeinde Wien) machten wir einen Wettbewerb: ein 1100er Kübel wird einmal von einem Mitarbeiter, dann von zwei geführt...

Die Frage ist natürlich, ob so eine Bewährungssituation  (der Langsamere ist immerhin dem gnadenlosen Spott seiner Kollegen ausgesetzt) bereits einen vergleichbaren Effekt wie eine  "Bedrohung" haben kann.

 

Mark Twain meinte einmal:

"Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muß sie die Treppe hinunterboxen, Stufe für Stufe."

Angewohnheiten haben, wie Montaigne, Proust oder auch Lorenz bemerken, etwas Nützliches, bringen offensichtlich wie hintergründig betrachtet Vorteile. Sie durch positivere andere zu ersetzen, scheint jedenfalls der attraktivere Weg als die markige Twain Variante.

Eine zentrale Herausforderung in Gesundheitsförderung ist es daher, Situationen zu schaffen, in denen die Angewohnheiten, nicht hinuntergeboxt sondern hinunter gelockt werden.

 

 

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