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Klimaabkommen

Der amerikanische Außenminister stellt einen Verbleib beim Pariser Klimaabkommen in den Raum; jetzt, nachdem die letzten Hurricane einen Schaden von 200 Milliarden in Amerika verursacht haben. Da Amerika ungleich mehr (finanzielle) Schäden in Kauf nehmen muss als vergleichsweise industriell unterentwickeltere Länder, sollten die anderen Staaten wenn es um die Höhe der amerikanischen Beitragszahlungen geht, nunmehr eine bessere Verhandlungsbasis als je zuvor haben !

18.9.2017


Sichern

Solange Menschen das Bedürfnis haben müssen, sich vor Arbeit via Frühpensionierung in Sicherheit bringen zu müssen, wird die Pensionsproblematik nicht gelöst werden: Änderungen der Zugangsbestimmungen lösen das Problem nur scheinbar, denn die damit verbundenen sozialen und psychohygienischen Implikationen werden sich in "anderer" Weise volkswirtschaftlich niederschlagen. Ökonomisch geprägte Pensionsreformen lassen das Problem nur periodisch verdunsten, aber gelöst werden müßte es an der Wurzel:

Auf den einfachsten Nenner gebracht: Menschen, auch 50+ sollten gerne arbeiten gehen.

Das klingt trivial und erweist sich doch so komplex, wenn man die logische Frage anschließt: Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden ?

Sie müssen

  • sich bei der Arbeit wohlfühlen,
  • Befriedigung aus der Arbeit ziehen,
  • einen Sinn in ihrer Arbeit sehen,
  • sich ausreichend regenerieren können,
  • optimistisch sein, auch weiterhin die Arbeit (auch für sich) befriedigend leisten zu können
  • sich lohnenswerte Ziele setzen und verfolgen können, usw.

Bei einem Führungskräfteseminar (Vorarbeiter und Meister) fragte ich die Teilnehmer, was das Schöne an der Arbeit für ihre MitarbeiterInnen sei. Spontane Antwort der etwas überrascht Wirkenden: "wenn sie am Abend nach Hause gehen können" und "wenn sie genug Geld kriegen". Wie sollen diese Vorgesetzten begeistern, wenn sie selbst keine Vorstellung entwickeln haben, wofür sie ihre Mitarbeiter begeistern können ?

Diese psychohygienischer Ansatz greift isoliert nicht sondern bedarf eines Vehikels. Besonders gut bewährt hat sich meiner Erfahrung die Thematisierung körpergerechten Arbeitens, weil mehrere Ziele verfolgt werden können:

  • Formulierung und Ermöglichung von Arbeitserleichterungen
  • konkretes Erleben, daß man etwas ändern kann und das sich diese Änderung auszahlt

"Heute ist der Begriff Freiheit aus der Debatte verschwunden. Der neue Begriff, unter dem sich alles ordnet, ist der Begriff Sicherheit", konstatiert Menasse, von der Sicherung des Pensionssystems bis zur Frage, ob man sicher durch den Park gehen könne, ohne von "Ausländern" erschlagen zu werden."


Robert Menasse "Ich kann jeder sagen"

Ö1-Kulturjournal, Montag, 17. August 2009, 16:30 Uhr http://oe1.orf.at/inforadio/111515.html?filter=5

 

Bisher kann ich mit Menasse gehen, darüber hinaus teile ich Menasse's Meinung nicht, daß sich da substanziell etwas geändert hat (er : Sicherheit ist meiner Ansicht nur eine eingeengte, verarmte Facette der (negativen) Freiheit von Bedrohungen....

In einem anderen Kontext und an anderer Stelle schlägt Gerald Raunig im Falter 20/00 in seinem Kommentar vom 12.3.2000 in die gleiche Kerbe (Näheres unter  wenn er meint:

"Menasses Freiheit bleibt die passive Form der liberalistischen Doktrin."
http://igkultur.at/igkultur/kulturpolitik/1005033180

Das Thematisierungskarussell von quasi-Sicherheitsthemen weist auf eine zunehmend defensivere Ausrichtung unseres Umgangs mit Welt: Die im öffentlichen Rampenlicht stehenden Denkfabriken konzentrieren sich in ihren Reflexionen mehr und mehr darauf, wie Umweltkatastrophen, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Frühpensionierungen, Überfremdung (?) verhindert werden können. Dieses Sicherheitsverständnis sucht nach Freiheit, aber Freiheit von negativen Entwicklungen. Diese Problemlösekultur bleibt im Kern defensiv, wenn sie keinen Nährboden für Selbstvertrauen und Optimismus anbietet. (mehr...)

Die Aufbruchstimmung, in die ich noch hineingeboren wurde, ist der bangen Frage gewichen, wie das System noch zu erhalten oder zu retten ist. Die Zeiten, wo die Bewohner der wohlhabenden Nationen in zumeist unpolitischem Pazifismus schlafwandeln konnten und ihre Tage in  vergoldeter Unzufriedenheit verbrachten (vgl,. SLOTERDIJK 2008, S.75) scheinen bis auf weiteres vorbei zu sein.  Die Ränder der Glückszonen gewinnen durch die professionellen Alarmisten in Kontur. Die Insel der viel zitierten Glückseligkeit schmilzt wie das Eis der Arktis diesen Sommers. Dem pandemisch ausbreitenden Zukunftspessimismus entgegen zu steuern wird schwer, die Karten zur Festlegung von Gewinnern und Verlierern nur halbherzig neu gemischt.

Wer sich retten kann, rettet sich in den scheinbar sicheren Hafen des noch aufrecht erhaltenen sozialen Netzes. Es ist für weite Kreise der Bevölkerung abzusehen, daß  dieses Netz  2010/2011, wenn die kurzfristigen Effekte einmalig leistbarer Investitionsanreize verpufft sein werden, eine noch weit stärkere Belastungsprobe als jetzt erfahren wird.

Ohne Ausblick

Werden die Verlierer bis 70 arbeiten müssen um ein Pensionsauskommen zu erwerben ? Gegen wen wird sich einst deren Zorn richten ? Gegen die Gewinner oder gegen die Spielregeln ? Oder werden sie resignieren und sich von der Unterhaltungsindustrie ablenken lassen ?

17.8.2009

 

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