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Bewegungstipp des Monats

September 2011

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Übersicht:

Warum

Worauf es ankommt

Ergonomische Konsequenzen

Alternsgerechte Implikationen

Warum

Kräfte wirken immer senkrecht zum Hebelarm. Ohne Gegenkraft würden unsere rechtwinkelig gehaltenen Arme herabfallen. Um das Drehmoment auf 0 zu belassen, also die Arme auf gleicher Höhe zu halten ist es notwendig eine Gegenkraft zu entwickeln, die nicht nur die Last, sondern auch das Längenverhältnis zwischen dem Abstand der Last und dem des Kraftarms berücksichtigt, nach der aus dem Hebelgesetz bekannten Formel:

Last x Lastarm =              Kraft x Kraftarm

Durch Annäherung an die Last wird das Drehmoment reduziert und damit sowohl die Beanspruchung für die Muskulatur wie auch auf die beteiligten Gelenke reduziert.

Schulterbelastung:

Bei Arbeiten mit langem Hebel (mehr als 50 cm Abstand) müssen zwangsläufig auch die Arme aus der Schulter angehoben werden. Dadurch entstehen auch im Schultergelenk hohe Drehmomente, die Schulterbeschwerden begünstigen bzw. nach sich ziehen können !

Konsequenzen aus der Auswertung von Fragebögen, in denen Schulterbeschwerden signifkant hoch angegeben werden: Arbeitsplätze auch auf körperferne Arbeitsabläufe prüfen.

Worauf es ankommt:

Unnötige Belastungen im Bewegungs- und Stützapparat können vermieden werden, indem man folgendes bei (Arbeits-)bewegungen berücksichtigt:

  • Möglichst nah zu den Auf- und Abstellpunkten heran
  • Sichere Abstützmöglichkeiten nutzen
  • Kurze Hebel: Nach Möglichkeit Ellbogen bei Körpermitte

Ergonomische Konsequenzen

Erlauben es die Arbeitsbedingungen (Platz, Hitze) so nah heran zu kommen ?

  • im Idealfall sollte man einen Fuß - risikofrei - unter die Last bringen können.

Wie sind Arbeitsplätze in Abhängigkeit mit dem zu manipulierenden Lastgewicht zu gestalten ?

Die Unterscheidung zwischen leichten und schweren Lasten müßte eigentlich immer auf die Beanspruchbarkeit des Arbeitnehmers zugeschnitten sein. Der Einfachheit halber (im Bewusstsein aller Unschärfen und vieler Gegenargumente (Halten von Lasten oder dynamisches, vielleicht sogar schwunghaftes Umsetzen von Lasten....) empfehle ich hier einmal 3 kg für Frauen bzw. 5 bis 6 kg für Männer.

Arbeiten unter Zeitdruck verführt dazu den letzten Schritt zum Aufnahme- oder Abstellpunkt zu "ersparen".

Zur Erleichterung von Umsteige- und Hinsteigebewegungen bei Richtungsänderungen auf entsprechend drehfreudigen Boden achten (Fußmatten).

Wenn Fußmatten oder Roste im Einsatz sind, dann sollten sie auch möglichst unterhalb des Arbeitsbereich reichen. Ansonsten vermeidet man das unbequeme Stehen auf Fußmattenkante auf Kosten der Arbeitsnähe.

Abgerundete Kanten: Scharfe Kanten oder kalte Ecken laden nicht zum Abstützen ein. Durch Abrundung der Kanten kann der Kraftaufwand zur notwendigen Rückenstabilisation erheblich erleichtert werden.

Einarmig Arbeiten: Ab einem Abstand von mehr als 50 cm ist es besser auch schwerere Lasten einarmig, dafür mit Abstützen händisch zu heben.

 

In einem ersten Schritt sollte aber überprüft werden, ob es nicht auch vermeidbar ist, siehe Schritt 3 im Rahmen der nachstehend skizzierten generalisierten Vorgangsweise: "Vermeidbarkeit prüfen".

 

Alternsgerechte Implikationen

Ohne entsprechendes Üben verringern sich die Bewegungsamplituden in den Gelenken. Das erforderliche Bewegungsausmaß beim Einnehmen z.B, einer weiten Schrittstellung wird subjektiv als größer, kraftaufwendiger, ungewohnter wahrgenommen. Bei eingeschränkter Beweglichkeit werden Zwangshaltungen, auch wenn sie zur Verringerung des Arbeitsabstands eingenommen werden, als beanspruchender wahrgenommen und eher vermieden.

Ein lohnender Ansatzpunkt, respektive bei länger andauernden oder sich wiederholendem körperfernem Arbeiten wäre der Aspekt Belastungswechsel: also die Belastungen auf verschiedene Muskel und Gelenke aufzuteilen. Gerade aber die Ausbildung einer Arbeitskultur mit Haltungswechsel erfordert eine Bereitschaft, die mit steigendem Alter mehr und mehr leidensmotiviert ist, also prinzipiell zu spät (weil bereits mit Leistungsverlust verbunden) ansetzt. Deshalb wäre es leichter, diese Arbeitskultur bereits in jungen Jahren zu entwickeln.

Gut aufgewärmt: Mit zunehmendem Alter ändert sich die Aufwärmzeit und Aufwärmintensität. Je älter der Mitarbeiter, umso länger und behutsamer müßte das Aufwärmen (geringerer
Elastizität der Muskeln aufgrund degenerativer altersphysiologischer Veränderungen) erfolgen. De facto wird Aufwärmen als unproduktive Zeit im Gegensatz zum Sport in der Arbeit keinerlei Beachtung geschenkt. Empfehlenswert wäre zumindest eine halbe Stunde großmotorischer leichter Arbeiten bevor man sich als älterer Mensch Tätigkeiten mit erhöhter Belastung aussetzt. Aufwärmübungen sind im Übungskatalog zu finden.

Altersweitsichtigkeit: der fortschreitende, altersbedingte Verlust der "Nahanpassungsfähigkeit des Auges mittels Akkommodation" verführt ohne Einsatz korrigierender Sehhilfen dazu, zum Scharfsehen den Abstand zwischen Fokussierungspunkt und Auge weiter zu halten.

vgl. Tabelle rechts aus, http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Akkomodbreiterp.png&filetimestamp=20050828172154

Schlechte Sichtbedingungen: Je älter man wird um so höher ist die benötigte Beleuchtungsstärke. Auch die Blendempfindlichkeit steigt an. Eine gute Beleuchtung, etwa bei Montagearbeiten oder Instandhaltung von Maschinen, wird um so schwieriger, je tiefliegender der Arbeitsbereich liegt.

 

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