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Fingertor

Bewegungstipp des Monats

November 2011

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Bewegungsangebote finden in der betrieblichen Gesundheitsförderung hinsichtlich ihres Regenerations- bzw. Ertüchtigungswerts gerne Anwendung. Die Arbeitsbewegung an sich erhält schon etwas weniger Aufmerksamkeit. Unberücksichtigt bleibt bisher das explorative Potential von Bewegungsangeboten.

Überblick:

Übungen

Was ist eine Bewegungsmetapher ?


Blind gemeinsam die Venenpumpe

Wie:

  1. im Kreis aufstellen, einen Fuß heben und den Vorfuß abwechselnd anheben, dann wieder strecken.
  2. Die gleiche Übung mit geschlossenen Augen (fordert verstärkt das Gleichgewicht).
  3. Anschließend die gleiche Übung mit geschlossenen Augen, nur diesmal mit Händen gegen die des Nachbarn auch pressen.

Rückfragen:

Was verändert sich bei geschlossenen Augen ?

Fällt uns die Übung isoliert oder gemeinsam leichter ?

Wenn wir die Übung als Metapher sehen, wofür steht sie ?

Für sich selbst im Gleichgewicht zu bleiben ist eine Sache; wenn wir dann noch den Überblick verlieren, ist unser Gleichgewicht noch mehr gefährdet.

Kontakt mit anderen unterstützt uns im Gleichgewicht zu bleiben.

Partizipativere Variante

Punkt 3. nicht anleiten, sondern fragen, wie wir uns die Übung erleichtern können.

Anschließend auch offenere Fragen möglich, wie: "Welche weiteren Erfahrungen haben wir bei dieser Übung gemacht und in welche allgemeine Aussagen können diese umgewandelt werden ?"


Fallen lassen

Paarweise zusammengehen einer steht hinter dem anderen, der Vordermann/frau lässt sich zurückfallen. Der/die Hintere fängt die Person auf und bringt sie wieder ins Gleichgewicht Dann das Gleiche, nur die Person später auffangen.

Rückfragen:

Was ist das Grundthema dieser Übung ? - Vertrauen

Was ändert sich alles, wenn man die Person später auffängt ? - Für die Person vorne ? Für den Fänger ?

Wenn wir die Übung als Metapher sehen, wofür steht sie ?

Je später man den anderen auffangen möchte, um so mehr hat man alle Hände voll zu tun, daß dies gelingt. Das Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt.

Welches Sensorium haben wir, um zu beurteilen, wenn eine entsprechnde Schieflage vorliegt ?


Anmerkungen zur Übung

Im Gegensatz zu Dehnungsübungen, die nicht gleichzeitig als Gleichgewichtsübungen genutzt werden können ohne daß sie ihrer ursprünglichen Dehnwirkungen verlieren, lassen sich Mobilisierungsübungen sehr gut als dynamische Gleichgewichtsübungen nutzen.

Die Dehnungswirkung wird - respektive bei Beinmuskeln -  insofern reduziert, weil die gerade gedehnte Muskeln unwillkürlich auch zum Erhalt des Gleichgewichts (kontrahierend) Stabilisierungsaufgaben übernehmen müssen.


Was ist eine Bewegungsmetapher ?

Eine Bewegungsmetapher ist ein Methode aus der Tanztherapie, "um ein dem Zielphänomen vergleichbares Empfinden hervorzurufen" (empfehlenswert zum Verständnis der Beitrag von Marianne Eberhard: Gestaltung der Bewegtheit mit Metapher in der Tanz- und Ausdruckstherapie).

Aussagen können in Bewegung übersetzt werden. Die Bewegungsgestaltung kann auch am Anfang eines Symbolisierungsprozess stehen, der z.B. das Ziel verfolgt, plastischer über betriebliche Prozesse oder Entscheidungskonsequenzen zu reflektieren oder um Kontrolle über Erfahrungen und Veränderungen durch BGF-Maßnahmen zu ermöglichen.

Bewegungsmetaphern sind abstrakter als Rollenspiele im üblichen Sinn. So wird beispielsweise nicht „der Unternehmer" oder "der Mitarbeiter" dargestellt, sondern die Qualität des Unternehmers (zum Beispiel „die kurze Angebundenheit") oder des Mitarbeiters (z.B. "die Angst vor Veränderung") welche viele andere
Wesen und Phänomene ebenfalls haben könnten.

Bewegungsthemen können genutzt um Reflexionsprozesse zu unterstützen: Bewegungsmethaphern formen, formen um oder verformen das, was wir zu begreifen streben, und erlauben dabei einigen dieser Möglichkeiten oder Potentialen sich zu offenbaren. Aber diese Transformationen schließen zahlreiche unbekannte Möglichkeiten und Potentiale aus. So sehr Metaphern es uns auch erlauben zu „sehen“, erreichen sie das doch nur dadurch, dass sie dem Grenzen setzen, was gesehen wird und wie es gesehen wird.

Dabei sind die erzeugten Beschreibungen weder neutral noch wertfrei, aber die Übernahme der Rolle des kurz angebunden Seins lässt sich z.B. als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit resultierenden Reaktionsmöglichkeiten nehmen.